Der VerlagsLaden im Schuster-Haus

Der Therese Grosswiele Verlag

Bücher, Papier, Gedrucktes, Geschriebenes und zu Lesendes.

Das sind meine Passionen von Kindesbeinen an. Meine eigenen kleinen Büchlein schrieb ich ab dem Alter von 12 Jahren.

Nach Jahrzehnten, in denen sich meine berufliche Betätigung in internationalen Projekten in der IT-Branche ("EDV" nannte man das damals) abspielte, war es Zeit für einen eigenen kleinen Verlag. In diesem kann ich die Projekte realisieren, die mich beschäftigen, und Themen veröffentlichen, zu denen ich etwas zu sagen habe.

Die ersten zwei Buchveröffentlichungen drehen sich um Pferde.

Aktuell widme ich mich der Minimalismus-Bewegung, eine Veröffentlichung hierzu ist für 2018 geplant.

 

Im Schuster-Haus wohne ich, früher gemeinsam mit meinen Kindern, seit 1988. Die ersten zehn Jahre waren von Renovierung und Ausbau geprägt. Je nachdem, welche Räume fertig waren, zogen wir im Haus um und hin und her. Der Laden von Ludwig Schuster diente uns die meisten Jahre als Wohn- und Musikzimmer.

Nun, im Jahr 2018 zum 30-jährigen Jubiläum, wird er wieder seiner ursprünglichen Funktion zugeführt: ein Ladengeschäft.

Es werden Verlagsprodukte, Bücher, Musik und Filme ausgestellt und zum Verkauf angeboten.

Und ganz im Sinne von Zeitgeist wird das Ladengeschäft durch einen online-shop ergänzt.

 

Therese Grosswiele

 

 

Beim Kauf des Hauses 1988, nachdem das Haus zehn Jahre lang leergestanden hatte, war auch der Hauserker leer. Dort oben war über Jahrzehnte der Platz für "Joseph mit Kind* - gut sichtbar für die Kirchgänger, wenn sie nach dem Gottesdienst die Stufen des Kirchhofs herunterstiegen.

In die gähnende Leere setzte sich dann ein kleiner, fröhlicher Buddha, der aus Asien angereist war.

Das Schuster-haus

Eigentlich ist es das Haus vom Spenglerschuster. Weil Ludwig Schuster Spengler war und nicht Schuster. Aber früher, ganz früher, als dieses Haus im Dorf gebaut wurde, da hätte man ja auch Schuster-Ludwig gesagt und nicht Ludwig Schuster. Die Zeiten ändern sich. Aber manches bleibt bestehen und besteht fort.

Das Haus vom Spenglerschuster, nennen wir es verkürzt Schuster-Haus, wurde um 1875 als zweigeschossiger Mittertennbau erbaut und ist heute denkmalgeschützt. Es gibt ein riesengroßes Dachgeschoß mit wunderschönen handgeschlagenen Balken. Einige Türen haben Scharniere, die bis ins 18. Jahrhundert zurückgehen.

 Eine Reihe von Menschen und Generationen haben das Haus bewohnt und durchlebt. 1921 zog der Spenglerschuster hier ein, durch Heirat mit Afra. Die verstarb 1929, so heiratete er nochmals und zwar die gottesfürchtige Anna aus Weil. Fortan lebte er die nächsten sechs, sieben Jahrzehnte im Haus gegenüber der Kirche St. Vitus, etwas eigenbrötlerisch, aber aufrichtigen Herzens.

Er war Wünschelruthengänger und wußte, wie man sein Bett zu stellen hatte. Er liebte den Werkstoff Blech und schuf und wirkte mit ihm alles: von Altar-Schablonen bis zur Reparatur der Holzstiegen.

Im Erdgeschoß hatte er den Laden eingerichtet. Dort hing alles von der Decke, was aus Metall war, vom Kochtopf bis zur Fahrradspeiche, und klirrte leise, wenn Kunden das Geschäft betraten. Viele der Dorfbewohner haben heute noch eine Erinnerung an das Geräusch.

Durch das kleine Guck-Fenster beobachteten Herr Schuster oder seine strenge Frau Anna von der Küche  aus, ob im Laden denn auch nichts unrechtmäßig eingesteckt wurde.

Er, der etwas schrullige, aber respektierte Dorfbewohner verbrachte 70 seiner Lebensjahre in diesem Haus und verstarb mit 103 Jahren.

Seine positive Energie ist im Haus konserviert und strahlt heute noch aus.